Schloss Bruck
MUSEUM DER STADT LIENZ

Guizhou - Chinas Reich der Töne und Farben

Ethnische Volksgruppen in der
Chinesischen Provinz Guizhou

16. 5. - 26. 10. 2008

Die Provinz Guizhou liegt im Südwesten der Volksrepublik China auf einem subtropisch-feuchten Plateau in über 1000m Seehöhe. Guizhou war aufgrund seiner geografischen Lage lange Zeit für die Außenwelt schwer zugänglich und gilt heute als die ärmste Provinz Chinas. Guizhou ist mit seinen 220 (!) Schlechtwettertagen im Jahr wolkenreichste der gesamten Volksrepublik. Es ist daher kein Wunder, dass der Name der Hauptstadt Guiyang wörtlich übersetzt "wertvoller Sonnenschein" bedeutet.

In Guizhou leben circa 38 Millionen Menschen, 37% davon gehören einer der fünfzehn Volksgruppen an. Diese ethnische Vielfalt ist über Jahrtausende gewachsen, von Norden und Osten her kommend haben sich verschiedenste Nationalitäten im Bergland Guizhous angesiedelt oder auf der Durchreise einige Zeit hier verweilt, um dann nach Südasien weiterzuziehen. Jede dieser Volksgruppen mit so klingenden Namen wie Dong, Miao, Gelao, Yao oder Shui hat ihre eigene Sprache und Kultur mitgebracht und ihr Brauchtum- Stickerei, Silberschmuck, Gesang- und ihre religiösen Vorstellungen bis heute im Kern bewahrt.

Diese religösen Vorstellungen haben eines gemeinsam: Naturerscheinungen wie Wasser, Pflanzen oder Gestirne sind beseelt. Über die Jahrhunderte sind auch buddhistische und daoistische Elemente mit diesen Vorstellungen verschmolzen.

Etwa 300 Objekte aus der Sammlung von Prof. Liu Yong, einem Angehörigen der Buyi-Nationalität, werden ab 17. Mai einen Einblick in die Mannigfaltigkeit einer Provinz geben, die sich heute, bedingt durch den großen wirtschaftlichen Wandel in der Volksrepublik China, im Umbruch befindet und ihre traditionellen Werte verteidigen muss. Die Ausstellung zeigt neben Festtagstrachten und Alltagskleidung der Menschen verschiedener Bergregionen und Täler auch Schmuck, religiöse Zeremonialbilder und Masken des Nuo- und Dixi-Musiktheaters in Bild und Film.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, museumspädagogische Angebote, Familiensonntage und Ferienwerkstatt werden den Einblick in diese so weit entfernt scheinenden Kulturen noch vertiefen. Eine Broschüre zur Ausstellung erscheint mit Ausstellungsbeginn. Weiters werden Führungen in deutscher, italienischer und englischer Sprache sowie Audioguides angeboten.

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