Von der Residenzburg zum Museum
Schloss Bruck erhebt sich mit seinen zinnenbewehrten Mauern und dem wuchtigen Bergfried auf einer Hügelkuppe inmitten eines gepflegten Mischwalds. Die Burg wurde zwischen 1252 und 1277 als Residenz der Grafen von Görz erbaut und verdankt ihren Namen der Brücke, die unterhalb des Schlossbergs über die Isel führt.
Vom Bergfried aus ist beinahe der gesamte Lienzer Talkessel einsehbar - in den turbulenten Zeiten des Mittelalters Grundvoraussetzung einer wehrfähigen Anlage. Schloss Bruck wird von einer 1,5 Meter starken Ringmauer umfangen und erfüllt alle Funktionen einer herrschaftlichen Burg: Schutz, Verteidigung, Repräsentation. Der einzige Zugang wird durch einen Vorbau mit Pechnase und Wehrgang geschützt. Die ehemalige Grafenburg ist heute eine geschlossene Anlage mit Innenhof und eindrucksvollen Architekturbestandteilen aus acht Jahrhunderten.
Im Laufe der Jahre wechselte Schloss Bruck häufig den Besitzer und war nicht nur Residenzburg der Görzer, sondern später Brauerei, Gastwirtschaft, Spedition, Waffenarsenal, Militärspital und Kaserne.
1942 kaufte die Stadt Lienz das Anwesen aus Privatbesitz und öffnete es als Osttiroler Heimatmuseum. Ein groß angelegter Umbau 1999 / 2000 nach den Plänen von Architekt Gerhard Mitterberger brachte das Haus nicht nur ausstellungstechnisch auf den neuesten Stand, sondern auch eine faszinierende Symbiose alter und neuer Bauteile.
Sammlung
Die hauseigene Sammlung von Schloss Bruck lässt sich in vier große Schwerpunktbereiche gliedern: Zum einen ist da die Kunstsammlung mit Malerei, grafischen und plastischen Arbeiten aus über fünf Jahrhunderten - vom gotischen Flügelaltar bis zu Bildern und Plastiken heimischer zeitgenössischer KünstlerInnen.
Auch die Archäologische Abteilung, die mit ur- und frühgeschichtlichen Funden aus Osttirol, insbesondere aus der einzigen Römerstadt Tirols - Aguntum -, den zweiten großen Sammlungsschwerpunkt bildet, ist stets geöffnet und einen Besuch wert.
Zum dritten zählen eine Vielzahl an Objekten aus der Osttiroler Volkskunde (z.B. Webstühle, Truhen, Trachten etc.), so genannter "Volkskunst" (z.B. Votivbilder, Brautschmuck etc.) und Kunstgewerbe zum Museumsbestand. Zu guter Letzt umfasst die Sammlung auch eine naturkundliche Abteilung mit Tierpräparaten, seltenen Mineralien o.ä.
Objekte aus dem Schloss Brucker Sammlungsbestand sind im Haus immer wieder in wechselnden Sonderausstellungen zu sehen - sie gehen aber auch als Leihgaben auf Reisen nach ganz Europa. Derzeit wird an der digitalen Erfassung und Vernetzung aller Sammlungsobjekte gearbeitet.
Ausstellungsbetrieb
Die Ausstellungen auf einer Gesamtfläche von ca. 2000 m2 korrespondieren meist mit der hauseigenen Sammlung und arbeiten diese wissenschaftlich auf. Größere Themenausstellungen werden zusätzlich mit Leihgaben abgerundet. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei häufig auf regionaler Kunst und Kultur. Dennoch wird der Blick "nach Außen" stets thematisiert.
Seit 2003 sind Werke von Egger-Lienz und seinen Osttiroler Malerkollegen Franz von Defregger und Hugo Engl sowie die archäologische Abteilung dauerhaft zugänglich. Daneben bleibt noch Raum für die zusätzliche Präsentation jährlich wechselnder Sonderschauen. Zusätzlich bieten Schlosspark und Bergfried eine Plattform für zeitgenössische Kunst.
Alles in allem scheint die "Verwandlung" der mittelalterlichen Grafenburg in ein modernes, dynamisches Museum, das einem ständigen Entwicklungsprozess unterworfen ist und das auch bleiben soll, geglückt - die durchschnittlich 40.000 BesucherInnen pro Saison sprechen zumindest dafür.
Fotos:
1. Bild von oben:
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© 2010 - Impressum - Kontakt: Schloss Bruck, Museum der Stadt Lienz, Schlossberg 1 - Telefon: +43 4852 62580 - Telefax: +43 4852 62580-4 - email: museum@stadt-lienz.at