Kapelle zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit auf Schloss Bruck

Der Architektur, künstlerischen Ausschmückung und Bedeutung nach nimmt die Burgkapelle innerhalb der Gesamtanlage einen besonderen Platz ein. In ihrer doppelgeschoßigen Anlage geht sie auf den Gründungsbau der Burg im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts zurück, also in die Zeit der Romanik.

Vom künstlerischen Schmuck der Frühzeit haben sich in der Laibung eines zugemauerten Fensters im Obergeschoß Heiligenfiguren erhalten, von denen St. Nikolaus und St. Martin erkennbar sind.

Der größte Teil der künstlerischen Ausschmückung entstand in der Zeit der Spätgotik. Das Fresko „Gnadenstuhl“ in der Apsiswölbung schuf der einheimische Maler Nikolaus Kenntner im Jahr 1452. Unter Graf Leonhard von Görz erhielt die Burgkapelle mehr oder weniger das Aussehen, das bis heute fasziniert und das eine besondere Atmosphäre spürbar werden lässt. In den 1480er Jahren engagierte der Graf zur Ausschmückung des Sakralraumes den aus dem Pustertal stammenden Maler Simon von Taisten. Neben den Freskenzyklen in der Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau Maria-Schnee in Obermauern (Gemeinde Virgen) zählen die Malereien der Kapelle von Schloss Bruck zu seinen Hauptwerken.

In den Jahren 1560/1580 bereicherte der Lienzer Maler Andrä Peuerweg die Schlosskapelle mit einem Passionszyklus, den er mit der Darstellung des Weltgerichts abschloss.

Heute ist die Schlosskapelle Mittelpunkt der Ausstellungs- und Schlossführungen. Brautpaare können sich im einzigartigen Ambiente standesamtlich trauen lassen.

Simon v. Taisten, Schutzmantelmadonna. © Ch. Gaggl
Simon v. Taisten, Schutzmantelmadonna. © Ch. Gaggl
Simon v. Taisten, Schutzmantelmadonna. © Ch. Gaggl
Simon v. Taisten, Schutzmantelmadonna. © Ch. Gaggl